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Orgel

1865 erbaute Joseph Aigner die heutige Stiftsorgel mit 32 Registern auf 3 Manualen und Pedal.
Orgeln der Stiftskirche

Das Stift Marienberg kann mit der frühesten Nennung einer Orgel in Tirol aufwarten: Der Chronist Goswin erwähnt um 1360 bei der Beschreibung der Stiftskirche ein „organum“ in nächster Nähe zum St. Michaelsaltar (ehemalige Südapsis/heutiges Abtoratorium); diese soll ihre Weihe bereits am 11. Juli 1185 erhalten haben. Das Prälatenbild von Abt Johannes III. Harter (1464–1472) im Kreuzgang zeigt im Hintergrund die schematische Darstellung einer Orgel, deren Existenz sich aber schriftlich nicht weiter nachweisen lässt.
Hans Schwarzenbach († um 1606), Orgelmacher aus Füssen, wurde am 10. April 1595 auf ein ganzes Jahr „um 140 fl. nebst freier Station für den Meister und dessen Weib zum Bau der großen Orgel“ verdingt. Seine Orgel wurde zu Beginn der Barockisierungsarbeiten in der Stiftskirche um 1646 abgebaut und später nach Burgeis verkauft. Von dort wurde sie wenige Jahrzehnte später nach Laatsch weiterverkauft, wo noch 1723 eine Reparatur belegt ist.

Um 1662 erbaute Carlo Prati (* 1617, † 1700) eine kleine Orgel mit 9 Registern als Vorarbeit für die geplante große Stiftsorgel. Um 1677/78 kam es schließlich zum Bau jenes Instruments, wobei das Pfeifenmaterial des älteren Werks integriert wurde. Auch diese Orgel wurde bei der Aufhebung des Klosters 1812 in die inkorporierte Pfarre Burgeis verkauft und ist dort in veränderter Form erhalten. Diese Orgel mit ihrem prunkvollen Gehäuse galt lange als die hervorragendste Orgel in weitem Umkreise und stellte ein seltenes Bindeglied zwischen den Orgelkulturen Italiens und Süddeutschland dar.

Eine Chororgel mit 8 Registern aus dem 17. Jahrhundert gelangte bei der Säkularisation des Klosters hingegen nach Tartsch, wo sie 1864 noch genannt und Prati zugeschrieben wird. Seitdem wurde keine Chororgel mehr angeschafft.

Nach der Wiedereinsetzung des Konvents 1816 stellte Franz Josef Holzhay (Ottobeuren) 1818/20 eine gebrauchte Orgel von ihm aus dem Jahr 1797 auf, welche wohl aus einem anderen aufgelösten süddeutschen Kloster gestammt haben dürfte. In den folgenden Jahren wurde diese immer wieder stark verändert und besaß zum Schluss 28 Register auf 2 Manualen und Pedal.

1865 erbaute Joseph Aigner (Orgelbauer) (Schwaz) die heutige Stiftsorgel mit 32 Registern auf 3 Manualen und Pedal. 2001 wurde diese von Martin Vier (Friesenheim, D) restauriert. Das Gehäuse ist eine Anlehnung an die Prati-Orgel mit italienischer Prospektgliederung.














Disposition:
I Continuowerk C–f3
Gambviola 8′
Copl 8′
Flöte 4′
Harmonica 16′
Harmonica 8′

II Hinterwerk C–f3
Principal piano 8′
Copl 8′
Salicional 8′
Gemshorn 4′
Flautina 4′
Flageolet 2′
Mixtur IV 1 1⁄3′

III Hauptwerk C–f3
Quintatön 16’
Principal 8′
Principal piano 8′
Copl 8′
Gamba 8′
Quint 6′
Octav 4′
Flöte 4′
Spitzgamba 4′
Quint 3′
Superoctav 2′
Cornet V 3′
Mixtur V 2′

Pedalwerk C–c1
Subbass 16′
Violon 16′
Bordun 16′
Octavbass 8′
Mixturbass VI
Bombard 16′
Posaun 8′

Koppeln: Pedalkoppel als Wechselkoppel II/P (automatisch), III/P
Spielhilfen: Tutti Organo (I/II/III), Tutti Positiv (I/II), Basstutti (Sperrventil für Zungen und Mixtur im Ped.)

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