Mönch werden?

„Wer ist der Mensch, der das Leben liebt und gute Tage zu sehen wünscht?“, fragt unser hl. Vater Benedikt zu Beginn seiner Regel (Prolog 15). Der hl. Benedikt versteht daher das Mönchtum nicht als eine Flucht ins Kloster, sondern als Hingabe des Lebens an Jesus Christus, der von sich sagt: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben" (Joh 14,6). Doch wie wird man Mönch? Hier soll in aller Kürze darauf eine Antwort gegeben werden.

Allgemeine Voraussetzungen
Um Mönch zu werden, muss man männlich, katholisch und mindestens 18 Jahre alt sein. Dabei darf man nicht durch ein bestehendes Eheband gebunden sein und muss physisch und psychisch gesund sein. Erwartet wird eine abgeschlossene Matura oder Berufsausbildung.
Wenn sich jemand über einen Eintritt ins Kloster Gedanken macht, sollte er bereits den Glauben im Alltag praktizieren und ein Gebetsleben führen. Das wichtigste Kriterium für einen Anwärter ist, ob er tatsächlich Gott sucht (vgl. RB 58,7). Doch nun alles der Reihe nach …

Gast sein im Kloster
Wenn jemand mit dem Gedanken spielt, ob ihn Gott vielleicht ins Kloster berufen könnte, meldet man sich zuerst am besten ganz ungezwungen beim verantwortlichen Pater an, um einige Tage als Gast im Benediktinerkloster Marienberg verbringen zu können: Gast sein im Kloster!
Nach der Klärung allfälliger Fragen können Sie gerne für einige Tage bei uns als Gast vorbeikommen. Dabei haben Sie ein Zimmer im Gästebereich und können am Alltag der Mönche teilnehmen. Der Novizenmeister steht Ihnen während dieser Tage stets für Fragen und Anliegen zur Verfügung. Sollten Ihnen die Tage bei uns zugesagt haben, ist es vorteilhaft, eine längere Zeit von ca. zwei Wochen bei uns zu verbringen, um noch besser Einblick zu erhalten in unser Leben.

Aufnahme ins Postulat
Sollten Sie sich nach dem Gastaufenthalt für einen weiteren Schritt ins Kloster entscheiden, geschieht dies durch einen schriftlichen Antrag. Das Postulat ist eine Vorbereitungszeit, mit der das Ordensleben beginnt. Es hat eine Dauer von sechs bis zwölf Monaten.

Aufnahme ins Noviziat
Nach gegenseitiger positiver Prüfung wird der Postulant zum einjährigen Noviziat zugelassen und erhält das Ordensgewand. Das Noviziat dient dazu, die eigene Berufung besser zu erkennen und tiefer in unsere Lebensweise hineinzuwachsen. Der Alltag des Novizen ist geprägt durch die Teilnahme an der Liturgie, dem Noviziatsunterricht und der Erledigung von alltäglichen Arbeiten. Betreut wird der Novize vom Novizenmeister, der die Aufgabe hat, die Absicht und Eignung zu prüfen und den Anwärter ins monastische Leben einzuführen.

Die Zeitliche Profess
Kommen Sie und der Konvent nach Abschluss des einjährigen Noviziates zum Entschluss, dass Sie eine Berufung zum Ordensleben geschenkt bekommen haben, binden Sie sich durch die Zeitlichen Gelübde (Einfache Profess) für drei Jahre an unsere Gemeinschaft und erhalten Ihren Ordensnamen. Mit der Zeitlichen Profess endet der Noviziatsunterricht und Sie werden sich noch intensiver ins monastische Leben bei uns einbringen können. Am Ende des Noviziates werden Sie ein Gespräch mit dem Herrn Abt führen über Ihren weiteren klösterlichen Werdegang. Ein allfälliges Studium oder eine andere Ausbildung beginnt in der Regel in der Zeit der Einfachen Gelübde.

Die Ewige Profess
Nach den drei Jahren der Zeitlichen Profess kann frühestmöglich die Ewige Profess abgelegt werden. Sollten ernsthafte Zweifel bestehen, kann die Einfache Profess verlängert werden. Mit der Ewigen Profess werden Sie voll und ganz Mitglied unserer Gemeinschaft. Wir Benediktiner binden uns bis zum Tod an das Haus und die Gemeinschaft. Darum gilt es, die Berufung in gegenseitiger Freiheit zu prüfen.

Haben Sie weitere Fragen? Wenden Sie sich bitte an den Novizenmeister: P. Urs Maria OSB